Chorausflug Popchor High Fidelity in den Spessart

Ausflug High Fidelity in den Spessart

 

Noch ein bisschen müde verstauten wir schnell das Gepäck sowie die zwei Biertische im Pflüger Bus und starteten dann pünktlich um 7.30 Uhr zu unserem Ausflug in den Spessart.

Die 21 Geister wurden eigentlich erst richtig wach, nachdem wir gegen 9:00 Uhr an einer Raststätte eine Frühstückspause einlegten und die Biertische mit dem mitgebrachten Kaffee und vielen leckeren selbstgebackenen Kuchen geschmückt wurden.

Reichlich gestärkt wurde es im Bus dann gleich richtig lustig. Liederbücher wurden ausgeteilt, und sogleich erklang das Lied der Berge, das vorne im Bus schneller gesungen wurde als hinten. Somit war das Echo perfekt inszeniert. Unter großem Gelächter wurden die ersten Selfies und Filme gemacht, und ganz plötzlich erreichten wir unser erstes Ausflugsziel Wertheim.    

In der Vorbesprechung am Donnerstag zuvor wollte eigentlich keiner so recht ins Wertheim-Village. Es wurde viel diskutiert, Alternativen gefunden… Umso überraschter waren die sechs noch im Bus verbliebenen Leute als der Rest  beim Wertheim-Village ausstieg.

„Ich will eigentlich nichts kaufen, nur ein wenig kucken“ so tönte es im Eingang noch am Eingang. Und wieder konnte man nach drei Stunden nur staunen, als wirklich JEDER mit einer Tüte wieder im Bus eintraf. Da gab es dann Socken, Salzstreuer, Handschuhe, zwei Hosen zum Preis von einer, Schokolade, Duftsäckchen, Uhren, Duschgel und BHs zu bestaunen. Sogar der Bass wurde unter der kompetenten Beratung von Sopran und Alt publikumswirksam komplett eingekleidet.

Froh, dass jeder was gefunden hatte, ging es fröhlich weiter mitten hinein in den Spessart zu unserer Übernachtungsunterkunft in Jossgrund-Pfaffenhausen. Die Straßen wurden immer enger, die Orte immer kleiner und einsamer, und hin und wieder beschlich einen das Gefühl, in die 70er Jahre zurückgebeamt worden zu sein. Diesen Eindruck machte auch unsere Unterkunft. Okay, wir sind buchungstechnisch auf die günstigere Variante umgestiegen, aber Zimmer mit Lillifee-Vorhängen, Zimmer die aussahen wie Gefängniszellen oder wie in gewissen Etablissements, mit plüschbespannten Betten oder mit solchen, bei denen man beim Einsteigen direkt auf den Boden durchhängt, rosa Badezimmer mit stocksteifen Handtüchern etc. – so hatten wir das dann doch nicht erwartet. Dennoch (oder gerade deshalb) unter großem Gelächter fand jeder sein Zimmer, und schon eine Stunde später holte uns unser Führer Kurt zur Pilzwanderung ab.

Unterwegs zeigte er uns sein Haus und die Überreste einer Wildsau (weidmännisch Decke genannt), die er tags zuvor geschossen hatte. Jeder bekam dann auch noch einen Apfel geschenkt.

Und wie wir da so wanderten und unser Allmersbach-Lied trällerten, brachen plötzlich die Spessart-Räuber mit Pistolenschüssen und Gebrüll aus dem Unterholz und überfielen uns. Na ja, die Kasse des Chors war wie immer nicht so gut gefüllt, und so mussten wir zur Strafe auf eine Bank liegen, und mit einem Trichter wurde uns der Flörsbachtaler Räuber-Trunk eingeflößt, der sich im Nachhinein als lieblicher Himbeergeist rausstellte. Gerne nahmen wir da auch noch ein zweites Schlückchen mit auf unseren Weg, und am liebsten hätten wir auch noch einen sehr ansehnlichen Räuber mitgenommen. Aber auch wir hatten eine Überraschung für die Räuber, und als wir spontan das Lied „Mir im Süden“ anstimmten, hatte man den Eindruck, dass die Spessarträuber sich richtig gefreut haben, so eine fidele Truppe überfallen zu dürfen. Jede/r von uns erhielt eine Urkunde, die uns zu Überfallsopfern der Spessarträuber machte und uns jetzt das Recht gibt, auch selbst zu Spessarträubern zu werden. Dann ging unser Weg weiter über Süddeutschlands größte Kneipp-Anlage, die sehr schön im Wald gelegen ist, zurück zum Hotel.

Dort erwartete uns dann auch gleich das Räuber-Grillbüfett. Auch das war keine große Offenbarung, aber satt sind wir alle geworden. Nur mit dem Nachschub an Getränken hatte der Wirt so seine liebe Not. Gegen später kam dann auch noch ein Alleinunterhalter. Gut, dass der ein zweites Mikrophon dabei hatte, denn so sangen wir karaokemäßig unsere Lieder selber. Bis spät in die Nacht wurde gesungen, getanzt und gelacht, und wir tranken uns die anschließende Nachtruhe in den speziellen Zimmern einfach schön.

Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns nach dem Frühstück von unseren Hoteliers, und die Fahrt ging über den Hochspessart Richtung Aschaffenburg zum Wasserschloss Mespelbrunn. Aufgrund seiner versteckten Lage überstand dieses sehenswerte Schloss alle Kriege unbeschadet, und wir konnten es bei einer Führung in seiner sehr gut erhaltenen ursprünglichen Form bewundern. Ganz nebenbei erhielten während der Führung Redewendungen wie „die Tafel aufheben“, „Schwein gehabt“ oder „auf die hohe Kante legen“ endlich einen Sinn.

Nach einem abschließenden Gruppenbild ging es weiter nach Miltenberg am Main. Hier trennte sich die Gruppe – während die einen das wundervolle Städtchen besichtigten, machten andere eine kleine Schifffahrt auf dem Main nach Freudenberg und zurück. Am Bus hatte die „Städtchen-Gruppe“ schon Kaffee vorbereitet, und wir aßen die restlichen leckeren Kuchenstücke. Etwas müde traten wir dann den Heimweg an. Eigentlich hätten wir auch gleich heimfahren können, doch wir hatten ja noch ein Highlight – das Abendessen im Blockhausbesen Seeger in Abstatt. Die Müdigkeit war schnell überwunden, und wir hatten noch einen wunderschönen Ausklang in diesem Besen. Auch hier sangen wir dem Wirt zum Abschluss natürlich noch unser Allmersbach Lied.

Müde, aber mit vielen schönen Erinnerungen trafen wir alle gesund wieder in Allmersbach ein. Ein besonderer Dank gilt Klaus Gnann, der die Organisation des Ausflugs übernommen und die Rahmenbedingungen für diese in vielerlei Hinsicht unvergesslichen zwei Tage geschaffen hatte.

Aber das I-Dipfele waren wie immer die Teilnehmer, die durch ihre Fröhlichkeit, Unkompliziertheit und Begeisterung diesen Zweitagesausflug zu etwas ganz Besonderem gemacht haben.

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